FAQs (Frequently asked questions - häufig gestellte Fragen)

Hier sind wir noch am Sammeln!
Schicken Sie uns doch einfach Ihre Meinung und Ihre Fragen zu (auch Ihre theologischen!)

An: sonny.otto@elk-wue.de

Immer wieder angefragt wurde bisher Folgendes:

1.) Ich bin nicht aus Württemberg. Wo finde ich einen solchen "Zweitgottesdienst" oder eine ähnliche Veranstaltung in meiner Nähe?

Hier wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als eine Suchmaschine (z.B. www.Google.de oder www.Metager.de) zu bemühen. Oft ist es allerdings sinnvoll, hier nicht Wörter wie "Zweitgottesdienst", sondern einfach "Gottesdienst", "Gemeinde" oder einfach "Jesus" und den Ort oder die Stadt (in ihrer Nähe) einzugeben. Wir hoffen, dass Sie fündig werden. Geben Sie hier nicht zu schnell auf. Es kann sich wirklich rentieren.

Dankbar wären wir Ihnen freilich, wenn Sie auch anderen Menschen in ihrer Nähe helfen könnten, schnell einen solchen Gottesdienst zu finden (am besten mit Postleitzahl, mit dem Namen der Gemeinde und mit einer Internetadresse für weitere Informationen). Gerne nehmen wir deshalb Ihre Empfehlung auf und setzen sie hier ins Netz. Senden Sie uns deshalb doch einfach Ihre Nachricht.

2.) Wie kann ich die PDF-Dateien lesen und ausdrucken?

Dokumente, die viel Speicherplatz brauchen, haben wir in PDF-Dateien konvertiert. Um diese Dokumente lesen oder auch ausdrucken zu können, brauchen Sie ein spezielles Programm, den Acrobat-Reader. Sollten Sie diesen noch nicht auf Ihrem Computer installiert haben, können Sie sich diesen kostenlos herunterladen und auf Ihrem Rechner installieren. Dazu einfach hier -> www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html
klicken. Sie werden dann automatisch auf die Downloadseite von Adobe geführt. Nach der Installation des Programmes kann es sein, dass Sie Ihren Rechner neu starten müssen.


3.) Wozu einen Zweitgottesdienst?

Es gibt momentan zwei Zielrichtungen, in die sich fast alle württembergischen Zweitgottesdienste einordnen lassen. Zum einen gibt es Zweitgottesdienste, die speziell für Kirchenferne konzipiert sind. Ansprache, Predigt und auch Programm sind speziell für diese Menschen gedacht.
Dann aber gibt es auch Zweitgottesdienste, die vor allem von jüngeren Mitarbeitern einer Gemeinde besucht werden. Hier werden neuere Lieder gesungen und in einer Form Gottesdienst gefeiert, in der sich Mitarbeiter zwischen 20 und 45 eher zu Hause fühlen als im "normalen" Sonntagmorgengottesdienst. Eigentlich müsste man diese Gottesdienste als "Drittgottesdienste" bezeichnen. Freilich gibt es auch etliche Mischformen.

4.) Ist ein spezieller Zielgruppengottesdienst denn überhaupt sinnvoll?

Es gibt Gemeinden, die es geschafft haben, ihren Sonntagmorgengottesdienst so zu ändern, dass sich (fast) die ganze Gemeinde hier zu Hause fühlt.
Allerdings ist das nicht die Regel. Die meisten Gemeinden, die einen Zweitgottesdienst eingeführt haben, haben das getan, weil sie gemerkt haben, dass es Menschen in und außerhalb ihrer Gemeinde gibt, die gerne an einem Gottesdienst teilnehmen würden, die aber mit der hochkirchlichen Sprache, der Liturgie und manchmal auch mit der Musik nicht zurecht kommen, teils, weil Sprache und Liturgie ihnen fremd ist (und in der Regel auch nicht erklärt wird), teils, weil ihnen der Gottesdienst als solcher fremd geworden ist und sie sich diesem Milieu nicht zugehörig fühlen.
Andere Gemeinden wiederum haben sich dazu entschlossen, neben dem regelmäßig stattfindenden Jugendgottesdienst und der Kinderkirche noch einen speziellen Gottesdienst für junge Familien (und vor allem für die eigenen Mitarbeiter) zu veranstalten, weil sie schmerzhaft erfahren mussten, dass es eben nicht möglich war, den "normalen" Gottesdienst am Sonntag Morgen dahingehend zu verändern, dass er eben nicht nur eine bestimmte Zielgruppe der Gemeinde anspricht. Die Erkenntnis, dass es nicht sinnvoll oder auch nicht möglich war, den Hauptgottesdienst (beispielsweise durch Singen neuerer Lieder) zu verändern, war dabei oft schmerzhaft.
Allerdings sind gerade ältere Gemeindeglieder, die treu den Gottesdienst besuchen, oft offener für Veränderungen, als man landläufig denkt.

5.) Gibt es denn nicht die Möglichkeit, einen Sonntagvormittags-Gottesdienst so zu verändern, dass sich alle Gemeindeglieder darin "zu Hause" fühlen?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Es ist wirklich jede Gemeinde anders.
Was allerdings in vielen Gemeinden durchaus möglich ist (aber dazu braucht es einige Veränderungsbereitschaft sowohl von der Gemeindeleitung als auch von der Gemeinde her), ist eine Veränderung des Hauptgottesdienstes in dem Sinne, dass sich zumindest die Gemeindemitglieder generationenübergreifend am Sonntagmorgen treffen, die "mit Ernst Christen sein wollen" (M.Luther)
Wenn Sie den Eindruck haben, dass dies in Ihrer Gemeinde möglich ist, dann kann es sich rentieren, hier nicht vorschnell aufzugeben.
Dazu braucht es aber...
* ...den Mut, neben der Orgel - oder sogar statt der Orgel - auch andere Musikinstrumente einzusetzen (beispielsweise ein E-Piano, das man auch gleich neben der Orgel positionieren kann oder auch eine Gitarre, eine Flöte, ein Saxophon und eine dementsprechend gute Lautsprecheranlage dazu),
* ...den Mut, auch Lieder einzuüben, die nicht im Gesangbuch kommen (beispielsweise aus den Lebensliedern, Lebensliedern plus oder sonst einem für die Gemeinde geeigneten Gesangbuch), auch die Erstellung von eigenen Ordnern kann sinnvoll sein, jedoch ist hier - wie auch bei Projektionsmöglichkeiten via OHP oder Beamer auf die jeweiligen rechtlichen Verträge der Kirche zu achten.
* ...eventuell eine neue Lautsprecheranlage. Wenn man hier sowieso eine Neuanschaffung im Auge hat, kann man es gleich einplanen, sie auf Musiktauglichkeit hin auszulegen (auch mit Line-in-Eingängen und einigen XLR-Leitungen für Mikros). Doch Vorsicht: die üblichen Kirchenbeschaller sind hierauf meist nicht vorbereitet, hier sollte man sich genauestens erkundigen, was einen Wert hat und was nicht. Gute Beschallungen kosten ihren Preis. Allerdings sollte eine Gemeinde sich überlegen, ob sich die Kosten nicht doch rentieren, wenn der Gottesdienst die Mitte des Gemeindelebens sein soll.
* ...genaue Überlegungen im Vorab, wie ein solcher Gottesdienst auszusehen hat. Die Gemeinde wird es Ihnen danken, wenn sie nicht zwei Jahre als "Versuchskaninchen" herhalten muss, was den Stil und die Richtung dieses Gottesdienstes angeht. "Die Gemeinde sollte an 40 Sonntagen im Monat wissen, was kommt, sonst ist es, wie wenn man jede Woche sein Wohnzimmer neu umstellt." (W.Vorländer)
* ...vielleicht auch Besuche bei anderen Gemeinden im Vorab, um sich darüber klar zu werden, was man will und was nicht.
* ...inhaltliche Klarheit über das, was man will
* ...eventuell die Bereitschaft (auch von Seiten der Gemeindeleitung), ganze Bereiche des Gottesdienstes (z.B. das Gebet, die Schriftlesung oder auch die Begrüßung, die Ansagen usw.) an andere, fähige und dazu befähigte Gemeindeglieder weiterzugeben.

Die häufigsten Fehler bei der Neugestaltung eines Gottesdienstes:
* Zu laute Musik (vor allem das Schlagzeug in den "Breaks"...)
* Schlechte akustische Verständlichkeit (schlechte Anlage, vorher nicht ausprobiert)
* Zu viele neue Lieder auf einmal, vor allem, wenn sie nicht eingeübt wurden.
* Zu viele englische (französische oder sonst anderssprachige) Lieder
* Keine entsprechende Würde (Kleidung und Art des "Auftritts")
* Konzeptlosigkeit
* fehlende Absprachen
* "Herrschaftsrangeleien"

Bitte beachten Sie, dass auch ein veränderter Sonntagmorgengottesdienst nicht alle Gemeindemitglieder erreichen wird. Besonders in einer volkskirchlichen Gemeinde wird es Mitglieder geben, die sich einen Gottesdienst oder auch ein anderes Forum wünschen, in dem sie in einer ungezwungenen, einladenden Atmosphäre etwas über die Grundlagen des christlichen Glaubens erfahren können, ohne Vorkenntnisse haben zu müssen.

6.) Unsere Gemeinde hat vor einigen Jahren einen Zweitgottesdienst angefangen, aber mittlerweile ist die Luft raus. Haben wir etwas falsch gemacht?

Meist stellt sich hier die Frage: Haben wir Orte in unserer Gemeinde, an denen wir persönlich geistlich auftanken können - und zwar in einem ganzheitlichen Sinn? (Diese Frage stellt sich meist dann, wenn ein Gottesdienst gezielt für Außenstehende angeboten wird.) Wenn wir keine "Auftankstationen" für uns selbst haben, ist es dringend notwendig, danach zu schauen! Wir werden nichts weitergeben können als das, was wir selbst aufgetankt haben. Neben dem "normalen" Sonntagsgottesdienst können hier Hauskreise (ganzheitliche Keingruppen) solche Auftankstationen sein. Für die ersten Christen war beides das Normale.
Wenn es andere Dinge gibt, die uns ermüden, beispielsweise mangelnde Absprachen oder eine schlechte Organisation, dann ist es vielleicht dran, hier das Augenmerk drauf zu richten. Sprechen Sie in ihrem Team darüber.
Außerdem sind es immer wieder die gleichen Fragen, die gestellt werden müssen:
Ist uns das Gesamtziel des Gottesdienstes noch klar vor Augen? Weshalb haben wir ihn einst begonnen? Was möchten wir insgesamt mit diesem Gottesdienst erreichen? Welchen Stellenwert hat der Gottesdienst in einem gesamten Gemeindeaufbau- oder Gemeindeentwicklungsprogramm? Fehlt hier eine Komponente? Oder sogar mehrere? Wie sieht es z.B. mit unseren Kleingruppen aus? Oder mit der Leiterschaft? Mit den Strukturen? Mit unserer Leidenschaft usw.? Was können wir tun, damit das anders wird?
Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Probleme ganz offen der Gemeindeleitung zu kommunizieren; wenn die Gemeindeleitung nicht das Anliegen hat, Sie in Ihrer Arbeit zu unterstützen (das ist etwas anderes, als nur "machen zu lassen"), wenn die Gemeindeleitung nicht auch das leidenschaftliche und brennende Anliegen hat, neu dazugekommenen Menschen in der Gemeinde eine Heimat zu bieten, dann besteht die Gefahr, dass Sie sich bald als "Durchlauferhitzer" vorkommen.
Lesen Sie hier besonders den Artikel von J.Zimmermann im Newsletters des Greifswalder Instituts vom Juli 2005 (hier klicken) oder schauen Sie sich beispielsweise die Konzeption von WillowCreek und die 7-Schritte an und sprechen Sie im Team darüber!

Beten!

Gerne kommen wir aber auch bei Ihnen vorbei - oder rufen Sie uns einfach an! Infos gibt es hier.

7.) Verursachen Zweitgottesdienste nicht eine Spaltung der Gemeinde?

Unserer Beobachtung nach ist dies eigentlich nicht der Fall. Wenn es Menschen gibt, die einen Zweitgottesdienst besuchen, dem bisherigen Sonntagmorgengottesdienst aber fernbleiben, so meist deshalb, weil sie sich im bisherigen Gottesdienst nicht heimisch fühlen. Das bedeutet: Oft sind diese Menschen auch schon zuvor nicht in den Sonntagmorgengottesdienst gegangen, und die Gemeinde war gespalten, - nämlich in Kirchgänger und in Gemeindeglieder, die nicht zur Kirche gehen.
Unserer Erfahrung nach muss ein Fernbleiben vom Gottesdienst nicht von vornherein bedeuten, dass diese Menschen nicht dennoch auf der Suche sind nach einem Ort, wo sie in einer ihnen entsprechenden Art Gott begegnen können.

Eine Einheit der Gemeinde hängt in unseren Augen nicht davon ab, ob alle an der gleichen Veranstaltung teilnehmen, - auch wenn es freilich seine theologische Berechtigung hat, sich einen einzigen Gottesdienst als Zentrum des Gemeindelebens zu wünschen.
Einheit im Glauben kann es nur über Jesus Christus geben, und Jesus ist - Gott sei Dank (!) - nicht nur im "normalen" württembergischen Gottesdienst anwesend.
Freilich sollte man versuchen, in der Gemeinde über das Jahr verteilt einen oder mehrere Treffpunkte einzurichten, wo sich dann alle Gemeindeglieder treffen können, die an den verschiedenen Gottesdiensten teilnehmen. Immerhin sollten sich in einer christlichen Gemeinde auch Alte und Junge wie in einer gut funkitionierenden Familie gegenseitig unterstützen und helfen. Unsere Hoffnung - und unsere Erfahrung - ist jedenfalls die, dass auch die zum Glauben gekommenen jungen Leute ihr Christsein nicht auf den Sonntag beschränken, sondern unter die Woche in die Tat umsetzen, und zwar in- und auch außerhalb der Gemeinde. Der Effekt ist, dass gerade durch die Einführung eines separaten Gottesdienstes und gerade durch die Angebote für jüngere Leute junge Menschen zum Glauben kommen, sie im Glauben gestärkt werden und dadurch auch einen Blick für die Älteren bekommen - und andersherum: dass die Älteren sich nun verstärkt für das interessieren, was die "Jungen da so treiben".

8.) Wenn ich sehe, wie viele Jugendkulturen und Subkulturen es in unserer Stadt gibt - und wir diesen allen gerecht werden wollten, dann müssten wir schon bald 20 verschiedene Gottesdienste einführen, vielleicht sogar noch unterteilt in Gottesdienste für Außenstehende und Gottesdienste für Mitarbeiter. Wie sehen Sie die Sache?

In der Tat kann das nicht die Lösung sein. Dazu bräuchte es ja auch schon eine ganze Menge an Mitarbeitern. Schon Martin Luther kam allerdings zu dem Ergebnis, dass er mit einem einzigen Gottesdienst lange nicht alle Leute erreichen kann und es eigentlich drei unterschiedliche Arten von Gottesdienst bräuchte: Eine deutsche Messe für das normale Kirchenvolk, einen Morgengottesdienst um sechs für die Knechte und Mägde, die noch so wenig von dem Glauben an Christus wissen und dann einen Gottesdienst für die, die mit Ernst Christen sein wollen. (Mehr dazu können Sie im Referat von Johannes Zimmermann lesen (dazu bitte hier klicken).
Unsere Überlegungen - auch in der Frage der Gottesdienste - gehen m.E. dann in die richtige Richtung, wenn wir uns ganz neu überlegen, was denn der eigentliche Auftrag der Kirche ist. Nach Mt. 28 sind wir dazu beauftragt, einerseits das Evangelium zu verkündigen (und da gehört Wort und Tat zusammen), dann aber es nicht einfach dabei zu belassen, wenn ein Mensch Christ geworden ist, sondern die Menschen auch weiter darin zu schulen, wie man das Gehörte ins praktische Leben umsetzen kann (Nachfolge) und ihnen darin zu helfen, an Christus hingegebene, be-geist-erte Nachfolger Jesu zu sein.
Damit wir Menschen mit dem Evangelium erreichen können, die Gott noch nicht kennen, braucht es nicht unbedingt einen Gottesdienst für Außenstehende; aber er hat sich als gute Plattform herauskristallisiert, um ganz neu über den eigenen Glauben und die Botschaft der Bibel nachdenken zu können. Wenn Sie andere Orte und regelmäßige Veranstaltungen in ihrer Gemeinde haben, zu denen Sie Menschen einladen können, dann ist vielleicht das der richtige Weg in Ihrer Gemeinde.
Um dem kirchlichen Grundauftrag nachzukommen, sollten wir dann auch schauen, welche "Auftankstationen" wir für unsere Mitarbeiter haben, für die, die schon zu Glauben gekommen sind. Ist der Sonntagmorgengottesdienst eine solche Auftankstation? Wenn ja, warum? Wen nein, warum nicht? Haben wir in unserer Gemeinde noch Kleingruppen (Hauskreise), wo auch das Persönliche seinen Platz haben kann?

9.) Ihre Zweitgottesdienste sind doch von WillowCreek geprägt. Ist es sinnvoll, in Deutschland Gottesdienste durchzuführen, nur weil eine Gemeinde in Chicago namens WillowCreek das gleiche tat und damit bis heute Erfolg hat?

Die ersten Zweitgottesdienste, die in Württemberg veranstaltet wurden, wurden angefangen, als WillowCreek hierzulande noch relativ wenig bekannt war. Sie waren nicht von WillowCreek inspiriert, sondern entsprangen zunächst dem Wunsch, einen Gottesdienst zu veranstalten, der der Lebensweise der Leute zwischen 20 und 40 mehr entspricht. Auch heute hat ein hoher Prozentsatz unserer Zweitgottesdienste nicht viel mit WillowCreek zu tun. Allerdings lassen sich viele der Mitarbeiter in unseren Zweitgottesdiensten immer wieder auch auf WillowCreek-Kongressen ermutigen, ihren Dienst in den Gemeinden weiterhin zu tun. Richtig ist mit Sicherheit, dass es nicht biblisch (und wohl auch nicht im Sinn von WillowCreek) wäre, einen Gottesdienst für Außenstehende einfach deshalb anzufangen, weil eine andere Gemeinde dies mit Erfolg getan hat.

10.) Es gibt so viele verschiedene Arten von "Zweitgottesdiensten".
Was unterscheidet sie voneinander und was haben sie denn eigentlich gemeinsam?

In der Tat gibt es eine ganze Menge unterschiedlicher Gottesdienste, die einfach nicht in das Bild eines "normalen" württembergischen Gottesdienstes passen und somit einfach "anders" sind.
Schon im Musikstil unterschieden sich die Gottesdienste von einem in Württemberg üblichen Sonntagmorgengottesdienst, obwohl auch Zweitgottesdienste eine ganze Bandbreite von verschiedenen Musikrichtungen aufweisen können. Es gibt Zweitgottesdienste, die mitgeprägt sind von einfühlsamer Klassik, als auch Zweitgottesdienste, die rockballadenähnliche Songs als Musikstil bevorzugen (also eher im Stil von SWR 1 oder gar von SWR 3).
Auch vom Ablauf gibt es hier schon unter den einzelnen Zweitgottesdiensten ziemliche Unterschiede. So können Sie sich beispielsweise in einer Thomasmesse nach der Predigt segnen lassen, ein Seelsorgegespräch suchen, einfach schweigen oder künstlerisch gestaltend das zum Ausdruck bringen, das Sie gerade bewegt. - Die meisten Zweitgottesdienste (-übrigens auch die meisten Jugendgottesdienste-) sind in ihrem Ablauf jedoch sehr stark am "normalen" Württembergischen Predigtgottesdienst (Oberdeutsche Form) orientiert: Lied(er), Gebet, Lied(er), Ansprache / Predigt mit vorigem kreativen Teil, Lied(er), Gebet, Lied(er), Schluss...
Inhaltlich haben eigentlich alle Gottesdienste das eine gemeinsam, dass sie versuchen, Lebensthemen im Licht der Bibel zu beleuchten. Wo das nicht geschieht, ist es eine Veranstaltung auch nicht wert, "Gottesdienst" genannt zu werden.
Zielgruppe:
Von der Zielgruppe können solche Gottesdienste sehr unterschiedlich sein. Es gibt Zweitgottesdienste, die von ihrer Konzeption her dazu gedacht sind, eher Mitarbeiter zwischen 20 und 50 zu ermutigen und zu stärken, während andere Zweitgottesdienste ganz speziell für Kirchendistanzierte und Suchende veranstaltet werden.

11.) Wie oft findet ein Zweitgottesdienst in der Regel statt?

Es gibt Zweitgottesdienste, die nur etwa 2 Mal im Jahr stattfinden, aber auch Zweitgottesdienste, die wöchentlich gefeiert werden (so z.B. in Hohengehren (Kreis Esslingen)). Dies hängt von der Art der Gottesdienste ab, vom Mitarbeiterteam und auch davon, in welches Gesamtkonzept einer Gemeinde der Gottesdienst eingebettet ist.

12.) Unsere Gemeinde hat vor einigen Jahren einen Zweitgottesdienst angefangen, aber mittlerweile ist die Luft raus. Haben wir etwas falsch gemacht?

-> Siehe 6.)

(Die Fragen wurden beantwortet von Christoph Bruckmann, bis 2006 Pfr. z.A. und theolog. Referent im AmD, Stuttgart)